Tape - Taping 

Als wolle man etwas Farbe in die Welt den Leistungssport bringen. So oder so ähnlich haben vermutlich viele von uns gedacht, als plötzlich die bunten Tapes an Armen, Beinen, Rücken, Schultern – eigentlich überall – auftauchten. Wir waren uns nicht ganz sicher, ob es sich hier um einen temporären Ausdruck farbiger Individualität handelte oder ob die bunten Klebedinger wirklich etwas bewirken!

Doch klären wir kurz die Begrifflichkeit. Den Ursprung zum flexiblen Tapen bildet der fixe Tapeverband – kurz ebenfalls Tape oder Taping genannt - welcher direkt auf die Haut angebracht wird.  Dieser Begriffssalat führt häufig zu Verständnisproblemen. Taping wird sowohl präventiv als auch zur effektiven Behandlung in der Sportmedizin, Unfallchirurgie und Orthopädie angewandt. Hierbei werden Gelenke und Muskeln nicht komplett ruhiggestellt, es wird eher auf eine dosierte – nicht überstrapazierende Weise – der Bewegungsgrad sinnvoll eingeschränkt. Unerwünschte Bewegungen können vermieden werden. Das Taping kann eine deutliche Verbesserung der Körperwahrnehmung unterstützen und stützt zusätzlich die betroffenen Muskeln und Gelenke durch Übertragung der Bewegungskräfte auf die beklebten Hautpartien.

Generell sind Tapes einseitig mit Klebemasse beschichtete – unelastische weisse oder beige Pflasterstreifen. Die Verwendung dieser NICHT dehnbaren Tapes dient der Fixierung (Ruhigstellung) von Gelenken und Muskeln und wird ausschliesslich auf ärztliche Verordnung durch geschultes Fachpersonal durchgeführt. An dieser Stelle befassen wir uns nicht weiter mit dem nicht elastischen Tapeverband.

Wir unterscheiden zusätzlich zum << Tapeverband >> das sogenannte << Flexible Tapen >>

Dabei gibt es unzählige Begriffe für ein und dieselbe Sache:

  • Elastisches Tapen
  • Flexibles Tapen
  • Taping
  • Tapen
  • Aku-Taping 
  • K-Taping
  • Kinesiology-Taping
  • Physio-Taping
  • Dolo-Taping
  • Medi-Taping

Und vermutlich gibt es noch viele Begriffe mehr! Kennen Sie noch weitere Begriffe für flexibles Tapen? Dann freuen wir uns über Ihren Kommentar oder schreiben Sie uns eine Email, damit wir die Liste ergänzen können.

Das sind eine Menge Begriffe für die gleiche Sache und was genau ist die Differenzierung zum Tapeverband? Letztlich kommt hier auch die Farbe ins Spiel. Der Unterschied liegt aber in der Dehnbarkeit des verwendeten Tapes. Wenden Sie flexible Tapes nur an, wenn Sie über ausreichend fachtechnische Kenntnisse verfügen! Im Anschluss befassen wir uns ausschliesslich mit dem flexiblen Taping.

Achtung
Bei der Anwendung von Tapes können in seltenen Fällen Nebenwirkungen auftreten! Der direkte Kontakt mit der Haut kann zu Juckreiz, Rötungen, Wundblasen oder allergischen Reaktionen führen! Dabei können das Tapematerial, die Farbe, der Kleber und die Klebetechnik das Problem sein. Nehmen Sie die Tapes bei Hautreaktionen sofort ab. Bei stärkeren Beschwerden konsultieren Sie bitte einen Arzt.

Wussten Sie eigentlich,
dass Sie das Tape einfacher und hautschonender entfernen, wenn es nass ist?

Was wird für das Tapen benötigt?


Tape in passender Farbe und Länge zugeschnitten, z. Bsp.:

  • TKMB50 - Kinesiologie Tape, Monkey`s Breakfast 5 m x 5 cm
  • TNNKinesiologie Tape 5 cm x 5 m, Typ Classic

Tape - Schere 

alternativ und / oder ergänzend

  • RDM1718 - Alkohol Tupfer 100 Stk. zum Entfetten vor dem Anlegen der Tapes
  • evtl. Gerät um Körperhaare zu kürzen
  • Liege oder Stuhl je nach Körperregion für eine entsprechend angenehme Körperposition

Welche Tapearten sind verfügbar?
Zunehmend gibt es Tapes in Ausführungen, die zweckbestimmt für Knie- Schulter etc. gedacht sind. Das ist eine gute Idee - erfordert aber exaktes Auflegen und die entsprechende Grösse. Zum heutigen Zeitpunkt dient das wahrscheinlich vor allem den Herstellern und Lieferanten und ab und zu auch den Patienten 😊.

Standard:

  • Tape auf einer Rolle in der Breite von 5 cm in sehr vielen Farben

Farben

Selbstverständlich spielt die Farbe eine Rolle. Doch wie gross kann diese Rolle sein und sollten wir uns darauf konzentrieren? In Anbetracht dessen - dass durch das Tape eine Bewegung und Gegenbewegung der Haut und Unterhaut entsteht - ist ein möglicherweise beruhigender Farbeffekt eher zweitrangig. Oder was meinen Sie? Farbtherapeuten mögen da ganz anderer Meinung sein. Nach wie vor würden wir die Wahl der Farbe des Tapes dem persönlichen Geschmack überlassen.

Aber:
Unterschätzen wir nicht die Tatsache, dass mögliche Hautirritationen durch verwendete Farbpigmente ausgelöst werden könnten.

Woraus besteht ein Tape

Ein klassisches Tape besteht aus Baumwolle, Kleber und Farbe. Der Kleber ist in der Regel Acrylacetat und hat eine grosse Hautakzeptanz, dennoch sind Überempfindlichkeiten nicht ausgeschlossen.

Praktische Tipps und Vorgehen

  • ​Die Haut vor der Anwendung bei Bedarf entfetten und trocknen.
  • Längere Haare an der zu behandelnden Stelle schneiden. (Hautstellen nicht rasieren sondern die Haare kürzen.)
  • Bei vielen Anwendungen kann der Patient das Tape nicht alleine anbringen, z. B. am Rücken.
  • Beim Anbringen der Tapes sollten die Körperteile gedehnt werden, das bedeutet, die Gelenke maximal beugen / strecken.
  • Falls die Patientin oder der Patient an der zu behandelnden Stelle nicht dehnen kann, wird das Tape gedehnt. Achtung: dabei können Brandblasen entstehen. Um diese zu vermeiden sollte das Tape (wenn überhaupt) nur in der Mitte gedehnt werden. Bitte nicht an den Enden ziehen.
  • Länge des Tapes in dieser Dehnhaltung bestimmen und zuschneiden. Ecken abrunden. Durch die Abrundung hält das Band wesentlich besser und länger und franst weniger aus.
  • Das Tape kann zwischen 1 bis 5 Tagen auf der Haut bleiben. Schwitzen reduziert die Haltbarkeit. Tapes an Händen und Füssen lösen sich oft frühzeitig ab. Ein zusätzliches, quer geklebtes Tape, verhilft zu längerer Tragezeit. An den Füssen lohnt es sich, besonders nachts eine Socke zu tragen, um das Abreiben zu verhindern.
  • Lässt sich das Tape nicht schmerzfrei abnehmen, durchnässen Sie es. Nach einer kurzen Einwirkzeit lässt es sich besser entfernen.

Diese Tipps, noch mehr Infos und zahlreiche Anwendungsbeispiele mit farbigen Bildern, finden Sie im Buch „Aku-Taping“ von Dr. med. Hans-Ulrich Hecker und Dr. med. Kay Liebchen (Artikelnummer 17836)

Weitere Fachlektüre

          16527 - Aku-Taping bei akuten und chronischen Schmerzen (Dr. med. Hans-Ulrich Hecker)
          17875 - Richtig Tapen - Funktionelle Verbände (Eder, Klaus / Mommsen, Hauke)
          17876 - Das Taping-Selbsthilfe-Buch mit DVD (Langendoen, John / Sertel, Karin)
          18055 - Elastisches Tapen (Mommsen, Hauke)
          18091 - Aku-Taping für Frauen (Hecker, Hans Ullrich / Hecker, Janna)

         

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