Wie findet man die passende Nadelstärke?

Gerade zu Beginn der Ausbildung stellt sich oft die Frage, welche Nadelstärke die richtige ist. Eine allgemeingültige Antwort gibt es darauf nicht, denn jeder Therapeut, jede Therapeutin entwickelt mit der Zeit eigene Vorlieben, ein eigenes Gefühl für die Nadel und eine persönliche Art des Arbeitens.

Der erste und wichtigste Rat lautet: Orientieren Sie sich zunächst an Ihrer Lehrperson. Erfahrene Ausbilder und Ausbilderinnen haben über viele Jahre hinweg unterschiedliche Nadeltypen, Stärken und Anwendungen kennengelernt. Von diesem Erfahrungsschatz zu profitieren, ist oft der beste Einstieg.

Im nächsten Schritt geht es darum, die eigene bevorzugte Nadelstärke zu finden. Dabei kann es hilfreich sein, zunächst nicht mit den feinsten, sondern mit einer etwas stärkeren Nadel zu arbeiten. Diese lässt sich häufig leichter kontrollieren und vermittelt ein gutes Gefühl für die Nadelführung. Wir empfehlen an dieser Stelle den Durchmesser von 0.25 mm.

Üben Sie so lange mit dieser Nadel, bis die Führung der Nadel selbstverständlich geworden ist und sich jeder Handgriff natürlich anfühlt. Erst wenn die Nadel sicher und entspannt geführt werden kann, lohnt es sich, mit anderen Nadelstärken zu experimentieren.

Reduzieren Sie den Durchmesser dann schrittweise und arbeiten Sie jeweils einige Zeit mit der neuen Nadelstärke. Achten Sie dabei bewusst darauf, wie sich die Nadel führen lässt und wie angenehm sie sich in Ihrer Hand anfühlt. Irgendwann werden Sie möglicherweise feststellen, dass eine Nadel für Ihre persönliche Arbeitsweise zu fein geworden ist.

Genau an diesem Punkt haben Sie einen wichtigen Orientierungspunkt gefunden. Wechseln Sie anschliessend wieder auf die nächst stärkere Nadel zurück. Sehr oft liegt dort die Nadelstärke, mit der Sie langfristig am präzisesten, sichersten und entspanntesten arbeiten können.

Die beste Nadelstärke ist nicht die dünnste Nadel, sondern diejenige, die zu Ihrer Hand, Ihrer Nadelführung und Ihrem persönlichen Arbeitsstil passt.


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